Pfingsten 2021 – Das 2. Corona-Pfingsten

Pfingsten 2021 – das ist das zweite Pfingsten in Corona-Zeiten. Letztes Jahr zu Pfingsten kam nach dem langen Frühjahrs-Lockdown Hoffnung auf bessere Zeiten auf. Die Neuinfektionen waren deutlich zurückgegangen, alles sah danach aus, als ob die Corona-Pandemie besiegt wäre.

Die Menschen fuhren in den Sommer-Urlaub, das Training fand zwar mit Hygiene-Konzepten aber sonst nur geringen Einschränkungen statt. Viele glaubten, die Corona-Gefahr sei gebannt.

Dann kam der Herbst. Mit den Urlaubs-Rückkehrern, dem normalen Schulbetrieb, den kühleren Tagen im Herbst stiegen die Infektionszahlen wieder. Es stellte sich heraus, dass weder die Zeit im Lockdown noch die Sommerferien dazu genutzt worden waren, um für die Schule tragfähige Konzepte für einen Unterricht in Corona-Zeiten zu entwickeln.

Die immer weiter steigenden Infektionszahlen führten schließlich dazu, dass Ende Oktober ein neuer Lockdown verhängt wurde, um die Feier des Weihnachtsfestes nicht zu gefährden. Nun, wir wissen alle, was daraus geworden ist …

Nach dem immer weiter andauernden Weihnachts-Lockdown rang die Regierung um eine Oster-Pause. Die „Lockerungs-Orgien“ der Länder sollten durch einheitliche und verbindliche Regeln in den Griff bekommen werden. So wurde schließlich die „Bundes-Notbremse“ des Infektions-Schutzgesetzes geschaffen.

Unbemerkt für viele enthielt die Notbremse des Infektions-Schutzgesetzes jedoch auch verbindliche Öffnungs-Schritte, die mit Inkraft-Treten des Infektions-Schutzgesetzes grundsätzlich das Training im Freien überall ermöglichten, wenngleich es noch einige Einschränkungen gab.

Seither sind die Infektionszahlen und vor allem die wichtigen Inzidenzen deutschlandweit zurückgegangen.

Irgendwie merkwürdig … Die Inzidenzen gehen zurück, obwohl sich in Deutschland die weitaus ansteckendere und gefährlichere britische Variante verbreitet hat. Ist die Gefahr nun größer geworden, helfen die Impfungen oder sind die Inzidenzen doch ungeeignet, um daran Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie auszurichten?

Jedenfalls scheint der Rückgang der Neuinfektionen und der Inzidenzen einigen nicht so ganz zu gefallen. Sie warnen schon wieder vor der indischen Doppel-Mutante, die noch weit gefährlicher sei als die britische Corona-Mutation. Nicht zuletzt werden zur Untermauerung dieser Bedrohung die absoluten Zahlen genannt: Rund 300.000 Neuinfektionen am Tag! In eindrucksvollen Bildern wird gezeigt, wie in Indien Menschen unter freiem Himmel eingeäuschert werden … Die Botschaft: Das ist schrecklich! Das droht uns auch in Deutschland, wenn wir nicht sofort etwas unternehmen!

Niemand scheint diese Bilder und Zahlen und ihre Übertragbarkeit auf Deutschland ernsthaft zu hinterfragen. Verstorbene werden in Indien üblicherweise eingeäschert. Die öffentliche Einäscherung galt unter einigen Indien-Touristen sogar als Highlight ihrer Indien-Reise. Sogar die Zahl von 300.000 Neuinfektionen am Tag vor einigen Wochen entsprach von den 1,3 Milliarden Einwohnern Indiens auf die nur rund 90 Millionen Einwohner in Deutschland heruntergerechnet ziemlich genau dem damaligen Wert an Neuinfektionen hierzulande.

Dass in Indien gerade in den Ballungszentren eine viel höhere Bevölkerungsdichte die Einhaltung Abstands- und Hygiene-Regeln erschwert, scheint vielen nicht bewusst zu sein. Dass das indische Gesundheitssystem nur schwerlich mit dem Gesundheitssystem in Deutschland vergleichbar ist, wird flugs vergessen. Der Zweck heiligt die Mitteln und um die Menschen vor Corona zu warnen und eine vorzeitige Lockerung der Maßnahmen zu verhindern muss notfalls die Gefahr der indischen Doppel-Mutante heraufbeschworen werden.

Auch in Deutschland sind rund 2% der Mutationen auf die indische Variante zurückzuführen – Tendenz steigend. Realisitisch betrachtet müssen wir anerkennen, dass das Virus genau das tut, was Viren so tun … es mutiert. Eine Mutation wird dabei zur dominierenden Variante. Das ist letztlich ganz normal.

Anders als letztes Frühjahr wissen wir schon sehr viel über das Corona-Virus, seine Verbreitung, die Krankheitsbilder … Und wir haben anders als letztes Jahr einen Impfstoff, der schwere Verläufe sicher verhindert und die Gefahr einer Ansteckung erheblich reduziert.

Sicherlich werden wir nicht so schnell wie gewünscht zu unserem normalen Leben vor Corona zurückkehren. Wir werden auf absehbare Zeit mit gewissen Einschränkungen leben müssen. Auch werden wir uns womöglich künftig regelmäßig neu gegen Corona impfen lassen müssen. Womöglich werden große Sport-Events, Lehrgänge und Meisterschaften auch in diesem Jahr noch nicht möglich sein, aber alles geht in eine gute Richtung.

Ich bin zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr auch wieder Wettkämpfe erleben werden.

Der Trainingsbetrieb wird über den Sommer Fahrt aufnehmen und im Herbst werden wir uns alle voraussichtlich über neue zusätzliche Trainingsangebote der Sportvereine freuen dürfen.

Für die Zeit nach Pfingsten planen viele Vereine die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs. Vorläufig wird es noch verbreitet Einschränkungen geben – sei es hinsichtlich der Teilnehmerzahlen oder auch der Trainingsinhalte oder der Trainingsstätten.

Training in Sporthallen ist vielerorts noch nicht möglich, da dort die Infektionsgefahr bekanntermaßen besonders hoch ist. Dazu kommt, dass nicht wenige zentrale Sporthallen zu Impfzentren umfunktioniert wurden. Da die Temperaturen aber endlich steigen, sollte ein Training im Freien eine durchaus erwägenswerte Alternative darstellen.

Kontaktsport wird noch nicht überall erlaubt sein, doch Technik-, Konditions- und Kraft-Training kann nahezu überall unter Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln durchgeführt werden.

Mit der Aufhebung der Impfpriorisierung können sich auch viele Sportbegeisterte impfen lassen und so ihre Mitmenschen und auch sich selbst vor einer Infektion schützen.

Die Sicherstellung des Trainingsbetriebs einerseits, vor allem aber die Aufarbeitung des Trainingsrückstands und die Gewinnung von Neumitgliedern werden viele Vereine in den kommenden Wochen vor große Herausforderungen stellen.

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 20.05.2021
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