Verbindliche Lieferzeiten können doch kein Problem sein!

„Sie haben doch bestimmt Kontakte … Da verstehe ich nicht, warum Sie nicht nachfragen, wann meine Ware kommt,“ schrieb uns eine Kundin. – Ganz so, als ob Budoten derzeit nicht alles Mögliche (und Unmögliche) versuchen würde, um verlässliche Lieferzeiten kommunizieren und die Waren zum Kunden zu bringen.

Natürlich haben wir Kontakte … Aber weder wir noch unsere Kontakte können die Zukunft vorhersagen.

Die aktuelle Situation ist höchst komplex und schwierig.

Weder wir, noch unsere Importeure, noch die Transportunternehmen noch die Hersteller können aktuell verlässliche Aussagen zu Lieferterminen machen.

Gern versuche ich Ihnen die Komplexität der Probleme einigermaßen nachvollziehbar darzustellen. Es handelt sich hierbei im Übrigen keineswegs um spezielle Probleme unserer Branche sondern um generelle Probleme, mit denen viele andere Branchen – auch Computer- und Autohersteller konfrontiert sind.

1) Hersteller

Durch die – besonders in China – immer wieder verhängten Lockdowns ist eine terminsichere Produktion nicht möglich.

Vielfach fehlen durch die langen Lockdowns auch zunächst die Rohstoffe, um überhaupt produzieren zu können.

Wegen der Lockdowns wurden auch zahlreiche Mitarbeiter entlassen, die sich in der Folge andere Arbeitsplätze suchen mussten und bei Wiederaufnahme der Produktion nicht zur Verfügung stehen.

Wenn dann die Rohstoffe zur Verfügung stehen und die Mitarbeiter in ausreichender Zahl am Arbeitsplatz sind und ggf. neu angelernt wurden, kann mit der Produktion begonnen werden.

Die Lieferungen nach Europa erfolgen seitens der Hersteller in der Reihenfolge der Auftragseingänge. Gerade weil es immer wieder Lockdowns gibt, die Produktion unterbrochen wird, kommt es zu unkalkulierbaren Verzögerungen.

2) Transport nach Europa

Wenn endlich ein Container mit neuen Waren gefüllt wurde (aus Kostengründen werden Waren nicht als Einzelprodukte sondern immer containerweise nach Europa verschickt), wird dieser zunächst in einen der größeren Häfen befördert, bevor er auf ein Schiff verladen werden kann.

Nehmen wir die aktuelle Situation in Shanghai, von wo auch zahlreiche Container nach Europa (Hamburg) verschifft werden.

Der letzte Lockdown führte dazu, dass sich im Hafen neue Container aufgestaut haben. Zugleich sind zahlreiche Schiffe im Hafen nicht abgefertigt worden und neue Container-Schiffe liegen vor dem Hafen auf Reede. Allein hierbei handelt es sich um einen Rückstau, der eine Verzögerung von mehreren Monaten bedingt, denn bevor neue Lieferungen verschifft werden können, müssen zunächst die alten wegen des neuerlichen Lockdowns zurückgestellten Container-Ladungen abgearbeitet werden bevor neue Lieferungen den Hafen verlassen können.

Da alle großen Reedereien während der Lockdowns in Europa einen Großteil ihrer Schiffe auf die lukrativere Asien-Amerika-Route verlegt haben, hat sich die Frachtkapazität nach Europa erheblich verringert. In der Folge haben sich die Frachtkosten im Vergleich zu Vor-Corona um den Faktor 15 und mehr verteuert.

Zugleich führte dies dazu, dass anders als vor Corona, wo immer freie Transport-Kapazitäten zur Verfügung standen, dass nicht mehr garantiert werden kann, dass ein bestimmter Container auch sicher auf ein bestimmtes Schiff verladen und an einem bestimmten Tag nach Europa den Hafen verlässt. Wir stellen in den letzten Monaten immer wieder fest, dass Container im Hafen stehen bleiben und nicht auf dem vorgesehenen Schiff sind. Für diese Container muss dann ein neues Schiff gefunden werden. Dies stellt sich häufig als sehr schwierig dar, weil die neuen Schiffe, die zeitnah nach Europa abgehen, natürlich in der Regel bereits komplett ausgebucht sind.

Wenn der Container dann endlich auf dem Schiff ist und dieses nach Europa fährt, haben sich die Laufzeiten erheblich verlängert und zwar aus mehreren Gründen:
Um den Kohlendioxid-Ausstoß und den Ausstoß von anderen Schadstoffen zu reduzieren, dürfen Schiffe nur noch mit halber Kraft fahren und brauchen allein deshalb bereits die doppelte Zeit.
Dazu kommt aber auch, dass die meisten Schiffe wegen der knappen Transportkapazitäten viele auf der Strecke liegende Häfen anlaufen müssen, was wiederum zu Verzögerungen führt.
Denken wir nur an das Nadelöhr Suez-Kanal, wo erst unlängst ein auf Grund gelaufenes Container-Schiff den Kanal für volle 14 Tage blockierte.

Die Alternative Bahnfracht scheidet leider aus, da auch auf der Schiene keinen freien Transportkapazitäten vorhanden sind. Dazu kommt, dass der Krieg in der Ukraine erhebliche Umwege erfordern würde. Ähnlich wie Luftfracht würde auch Bahnfracht den Transport erheblich verteuern, so dass diese Teuerungsraten auf die Produktpreise umgelegt werden müssten, was bei günstigen Produkten oftmals eine Preissteigerung von mindestens 5 – 10 EUR pro Artikel bedeuten würde.

3) Von Hamburg zum Lager

Wenn das Schiff endlich in Hamburg angekommen ist, muss dieses entladen werden.

Wie schon in den Medien berichtet wurde, stauen sich auch bereits vor Hamburg die Schiffe auf Reede und können somit nicht sofort entladen werden. Hierdurch sind weitere Verzögerungen von 1-2 Wochen nicht auszuschließen.

Kommt das Schiff in den Hafen, muss das Schiff entladen werden. Soweit dort keine Streiks stattfinden (in jüngster Vergangenheit gab es ausgerechnet in dieser angepsannten Situation wiederholt Streiks der Hafenarbeiter).

Danach muss die Ladung verzollt werden. Bedauerlicherweise kommt der Zoll momentan ebenfalls nicht so schnell hinterher, so dass es hierdurch zu weiteren Verzögerungen kommt.

Wenn all diese Schwierigkeiten gemeistert wurden, muss der Container noch ins Lager transportiert werden. Da in Deutschland derzeit tausende LKW-Fahrer fehlen, sind hier bedauerlicherweise weitere Verzögerungen eher die Regel denn die Ausnahme.

4) Lager – Kunde

Erst wenn die Ware bei uns im Lager eingetroffen ist, kann der Container entladen, die Ware ins Lager geräumt und von dort an die Kunden versendet werden.

Aufgrund dieser vielfältigen Probleme in den Lieferketten sind derzeit keinerlei verlässlichen Lieferzusagen bis zum Eintreffen an unserem Lager mehr möglich.

Natürlich sind wir bemüht, die Lieferzeiten so exakt und verlässlich wie möglich anzugeben, jedoch haben sich die früher sehr überschaubaren Problemstellen vervielfacht und sind durch uns, als Händler am Ende der Liefer-Kette, weder beeinflussbar noch beherrschbar.

Da diese Lieferketten-Probleme nach unserer Einschätzung noch mindestens bis Ende des Jahres aktuell sein werden, können wir dringend dazu raten, entweder sehr viel Geduld mitzubringen oder sich in Bezug auf die gewünschten Produkte flexibel zu zeigen.

Im Moment ist bei viele Produkten nicht mehr entscheidend, ob ein bestimmtes Produkt eines bestimmten Herstellers lieferbar ist, sondern ob überhaupt ein Produkt aus dieser Produkt-Kategorie lieferbar ist. Ein sehr trauriges Beispiel hierfür sind beispielsweise Budogürtel.

Ich hoffe, ich konnte die Situation in der gebotenen Ausführlichkeit nachvollziehbar darstellen und damit wenigstens ein bisschen Verständnis dafür wecken, dass uns im Moment keine verlässlichen Aussagen möglich sind, da wir keinerlei Einfluss auf die vielen größeren und kleineren Hindernisse in den Lieferketten haben. Wir bestellen all benötigten Produkte rechtzeitig vor. Beispielsweise warten wir noch immer auf das Eintreffen einer im November aufgegebenen größeren Bestellung. Bei einigen Produkten verschiebt sich der Lieferzeitpunkt bereits seit Anfang letzten Jahres immer wieder auf’s Neue.

Wir können nur um Verständnis und Geduld bitten und – soweit möglich – emfpehlen, ein Alternativ-Produkt in Betracht zu ziehen. Unsere Mitarbeiter helfen Ihnen gern bei der Suche nach einen geeigneten lieferbaren Ersatzprodukt. HIerfür müssen Sie uns nur mitteilen, auf welche Produkt-Eigenschaften es Ihnen ankommt.

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 3.07.2022
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