Spielt Religion für euch im Sport eine Rolle

Ich würde gerne wissen, wie ihr mit dem Thema Religon im Sport umgeht, vorallem für andere Religionen (alle bitte äußeren)
Mich intressiert hier eure Antwort im allgemeinen Sport und naturlich im Kampfsport.

Sport und Religion sind zwei völlig verschiedene Dinge und haben miteinander überhaupt nichts zu tun. Ich kenne keine Religion, die die Ausübung von Sport verbietet. Es dürfte wohl eher das Gegenteil der Fall sein: Sport dient der Gesunderhaltung des Körpers. Der Mensch wird in jeder Religion als Geschöpf Gottes betrachtet. Wenn nun also Gott den Menschen geschaffen hat, dann ist der Mensch natürlich umgekehrt verpflichtet mit der Schöpfung, mit dem Werk Gottes sorgsam umzugehen. Insofern verbieten sich eigentlich aus Sicht der Religion Alkohol- und Drogenexzesse, Sport hingegen natürlich nicht.
Gerade Kampfsport ist immer wieder ein heikles Thema. In asiatischen Kampfsportarten soll man sich beispielsweise voreinander verbeugen. In japanischen Dojos verbeugt man sich mitunter vor einem Schrein oder der Flagge. Nicht wenige Religionen aber schreiben vor, dass man sich vor Gott allein zu verbeugen hat, nicht aber vor anderen Menschen …
Schauen wir mal in die Geschichte: Schon immer war es üblich, höher Gestellte ehrerbietig zu grüßen oder sich gar vor dem Fürsten oder König niederzuwerfen. Es ist ein Gruß, ein Zeichen der höchsten Achtung und Ehrerbietung, was aber überhaupt nichts mit Religion zu tun hat.
Die beispielsweise in Japan übliche Verbeugung ist die ganz normale Form sich zu grüßen, wobei sich der jeweils tiefer stehende entsprechend tiefer zu verbeugen hat.
Einige Gesten haben in verschiedenen Kulturkreisen ganz unterschiedliche Bedeutungen. Dies hat kulturhistorische Gründe, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll. Allerdings sollte und muss klar sein, dass Religion sicher einen gewissen Einfluss dabei hatte, aber keinesfalls der einzige Einflussfaktor war und ist.
Die entscheidende Frage ist daher nicht, was man tut, sondern welche Bedeutung man der jeweiligen Handlung beimisst und das ist eine ganz persönliche Angelegenheit.
Im Kampfsport kämpft man gegeneinander und verletzt dabei möglicherweise den anderen oder wird auch selbst verletzt. Man darf keine Gewalt anwenden, fordern viele Religionen. Das ist richtig. Aber auch hier ist doch weniger das Ergebnis entscheidend, sondern eher die dahinter stehende Absicht. Wer mit der Absicht den andern schwer zu verletzen oder gar zu töten in den Ring steigt, begibt sich in Konflikt mit der Religion. Doch dies dürfte wohl im Normalfall nicht zutreffen. Man steigt in den Ring oder geht auf die Matte, um sich sportlich zu messen, das eigene Können auf die Probe zu stellen, sich zu vergleichen, Schwachpunkte aufzudecken und sich zu verbessern.
Die Absicht ist entscheidend.
Ich weiß aber wohl, dass es in den verschiedenen Religionen immer wieder Prediger gibt, denen von Gott persönlich eingegeben wurde, was sie verkünden sollen. Einige dieser Prediger verdammen Sport und insbesondere den Kampfsport. Sie haben teilweise auch sonst einige absonderliche Ansichten, weshalb man nicht unbedingt allzumal auf sie geben muss. Dennoch verbreiten sie aber ihre Ideen und verunsichern die Menschen, die nicht gegen Gottes Gebote verstoßen und nach den von der Religion vorgegebenen Regeln leben wollen, was ich grundsätzlich für ehrbar und achtbar halte. Ob aus dem Munde dieser Prediger immer das Wort Gottes kommt oder nicht eher ihre eigene Selbstdarstellungssucht und ihr Geltungsbedürfnis Antrieb für ihr Handeln sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Eines sollt klar sein: Jeder Prediger, Priester, Mönch, Imam … ist und bleibt letztlich doch ein Mensch und Menschen sind nun einmal nicht frei von Fehlern.
Alles kann zum Guten, aber auch zum Bösen eingesetzt werden, denn jede Medaille hat zwei Seiten. Insofern ist immer nur eines entscheidend: Was bezweckt mein Handeln? Dient es einem guten Zweck, dann wird es auch aus religiösen Gründen sicher nicht abzulehnen sein. Ansonsten steht man in der Regl ja nicht nur in Konflikt mit der Religion sondern auch und besonders mit dem Gesetz.

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 14.11.2012
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Kommentare

Ein ganz klares NEIN!
Ich lerne Wing Tsun (Kampfkunst). IM Raum übe ich mit meinen TrainingsPARTNERN. Herkunft, Geschlecht, Religion und sonstiges sind völlig irrelevant. Vor Beginn des Unterrichts verbeugen wir uns vor dem Sifu, womit Respekt vor seiner Person gezeigt wird.

Hallo Mittrainierende und Suchende,
ich muß mich natürlich als Europäer wehemend gegen Segnungen dem Militär gegenüber aussprächen, da ich gezielte Gewalt gegen Menschen ablehne. Aber z.B. bei den Shaollinmönchen in China wird als erstes der buddhistische Lebensweg gelehrt, das heist, ein gewaltloses Verhalten gegenüber allem Leben. Außerdem ist es den Shaolinmönchen untersagt, einen Kampf anzufange. Sie dürfen sich nur verteidigen.
Ich vermute, daß es in Japan etwas ähnliches gibt, da dort die Meditation z.T. wohl eine Rolle spielt. Vieleicht haben Andere damit Erfahrungen gemacht?
Bhudda wird fälschlicher Weise immer wieder als “ Gott “ bezeichnet. In dem Sinne: O MI TU FO ( Bhudda sei die Ehre)

Nun, die absolute „Gewaltlosigkeit“ des Buddhismus wird in der westlichen Vorstellungswelt gern verklärt. Gewalt kenne der Buddhismus nicht …
In Japan beispielsweise gab es eine Reihe von Aufständen, die von buddhistischen Klöstern maßgeblich unterstützt wurden.
Der Begründer des Soto-Buddhismus wurde aktiv verfolgt und andere buddhistische Mönche trachteten ihm nach dem Leben.
Schon um 949 gab es in Japan erste Revolten mit Todesfolgen, die von buddhistischen Mönchen ausgingen.
Der Enryakuji Tempel auf dem heiligen Berg Hiei bei Kyoto unterhielt ein gefürchtetes Heer von Kriegermönchen, das auch immer wieder aktiv in Kämpfe eingriff.
Über mehrere Jahrhunderte waren die „friedlichen“ Buddhisten aktiv in Kämpfe um Macht und in Intrigen aller Art verstrickt.
Natürlich stimmen wir darin überein, dass dieses Verhalten nicht der Lehre des Buddhismus entsprach.
Eine Segnung beim Militär hierzulande sollte vielleicht auch einmal mit anderen Augen wahrgenommen werden. Es geht ja nicht unbedingt primär darum, dass diese Segnung dem christlichen Gebot „Du sollst nicht töten“ widerspricht sondern es geht darum, den Empfänger der Segnung „etwas Gutes zu sagen“ (genau das heißt nämlich „segnen“ = bene dicere). Den Männern, die in den Kampf ziehen soll Mut zugesprochen werden.
Natürlich mag man argumentieren, dass Mut zusprechen auch zu mehr Gewalt führt …
Andererseits sollte nicht verkannt werden, dass wenn man alles, nur weil es auch negative Seiten hat, unterlässt, am Ende überhaupt nichts tun kann.
Jedes Verhalten hat Auswirkungen und selten sind die Auswirkungen ausschließlich positiver Natur.
So wie die christliche Religionsgeschichte ihre Schattenseiten hat, gilt dies in gleichem Maße für den Buddhismus, ja für alle Religionen. Der Grund ist einfach: Religionen werden von Menschen vertreten und präsentiert. Man kann eine Religion nicht ausschließlich nach ihrer Lehre oder ihrem heiligem Buch beurteilen. Ebensowenig darf man aber den Fehler begehen, eine Religion wegen des verurteilenswürdigen Handelns Einzelner zu diskreditieren oder abzulehnen.
Ob etwas gut ist oder schlecht, wird man an den Ergebnissen sehen, so wie man auch an den Früchten eines Baumes die Sorte problemlos erkennen kann.

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