Kettenfauststoß vs. Karate-Punch / Boxer-Gerade

Häufig wird von Experten die Meinung vertreten, dass die Kettenfauststöße des Wing Tsun (Wing Chun) einer Geraden eines Boxers oder einem Fauststoß wie er aus dem Karate oder Taekwondo bekannt ist überlegen sei. Warum? Ist da wirklich etwas dran?

Tatsache ist, dass die Schlagfrequenz eines Kettenfauststoßes deutlich über den Schlagfrequenzen anderer Kampfsportarten liegen, die ebenfalls die Fäuste einsetzen. Die Schlagfrequenz eines Kettenfauststoßes aus dem Wing Chun kann bei 100 Schlägen pro Minute liegen und mitunter sogar höher sein.

Damit ist aber zugleich klar, dass der einzelne Fauststoß niemals seine volle Kraft entfalten kann. Mit maximaler Kraft zu schlagen macht eine so hohe Schlagfrequenz unmöglich, da die Muskeln nicht in der Lage sind in so rascher Folge maximal zu kontrahieren und sofort im Anschluss wieder zu entspannen um dann im nächsten Augenblick schon wieder die volle Leistung für den nächsten Schlag zu bringen.

Die meisten anderen Kampfsportarten setzen auf Schnelligkeit und Kraft, wobei sie auf einige wenige Kombinationen oder mitunter sogar nur auf eine einzelne Technik setzen. Hierbei kommen die sogenannte submaximale (Kombinationen) bzw die maximale Muskelkontraktion zum Einsatz die es ermöglicht, eine sehr hohe Schlagkraft zu erzeugen. Die Schlagkraftverteilung bei der submaximalen Muskelkontraktion im Falle einer einfachen Zweier-Kombination liegt bei etwa 50:50.

Bei einem Kkettenfauststoß verteilt sich die Schlagkraft weiter auf die gesamte Serie der Fauststöße.

Ob ein „einfacher“ Fauststoß aus dem Karate dem Kettenfauststoß tatsächlich unterlegen ist, wäre zu prüfen.

Ein Karatefauststoß entwickelt eine Schlagkraft von über 500kg (in Testlabors wurden sogar Schlagkräfte von über 1 Tonne gemessen). Ein Armknochen (ohne umgebende Muskeln und Gewebe) widersteht einem Druck von etwa 4kg.

5x 100kg Schlagkraft ist am Ende jedoch nicht 500kg Schlagkraft sondern doch nur 5x 100kg.

Um das Ergebnis vielleicht einfacher und leichter nachvollziehbar zu machen: Wenn eine Brücke auf eine Maximal-Belastung von 10 Tonnen ausgelegt ist, wird sie nicht zusammenbrechen, weil tausende Radfahrer die Brücke queren und dabei die Brücke mit einem Gewicht von insgesamt 50 Tonnen belasten. Ein einzelner 20-Tonner jedoch kann genügen, um die Brücke zum Einsturz zu bringen.

Analog verhält es sich mit den Kettenfauststoß zum einfachen Fauststoß.

Das Problem ist in jedem Fall nur, dass die jeweilige Technik auch ihr Ziel überhaupt erreichen muss, um erfolgreich sein zu können.

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 28.08.2011
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Kommentare

Hallo zusammen,
eine schöne Frage. Und die ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich hol‘ mal kurz aus: Ich trainiere seit 1980 Karate. Habe verschiedene Stilen in verschiedenen Verbänden gelernt und mich auch anderen Budo-Künsten (Aikido, Judo, Jodo, Kobudo) und Kampfsportarten (Boxen, Thai Boxen) befasst. Auch WT habe ich ein paar Schülergrade lang gemacht, bis es mir zu teuer und zu esotherisch wurde. Inzwischen trainiere ich fleißig (ca. 3x pro Woche) PHB VT, meiner Meinung nach eine der am besten durchdachten und in sich vollständigsten Kampfkünste, die man hierzulande lernen kann.
Ich habe auch den Wikipedia-Artikel zum „töten mit einem Schlag“ (ikken hissatsu) geschrieben. Weiß also ein bisschen was zu diesem Thema hier zu sagen.
Ob also ein Kettenfauststoß besser oder schlechter als ein Karate-Zuki oder ein Box-Punch ist, das hängt weniger an der Technik als viel mehr an der taktischen Situation, in der man ihn einsetzt.
Sofern der Kämpfer genug Kraft und „harte Fäuste“ hat, ist jeder dieser Schläge extrem wirksam. 5 x mit 100kg auf’s Nasenbein ist sicher ähnlich unangenehm wie 1 x mit 500kg, dauert halt länger. Aber die Nase wird beides nicht heil überstehn. Wenn der Kämpfer sich nicht selbst die Hand bricht.
Der taktische Unterschied ist, das Zuki und Punch auf die Langdistanz geschlagen werden, die Gegner also relativ weit voneinander entfernt stehen. Beim (VT-) Fauststoß wird der Arm in der Regel nicht ganz ausgestreckt und man steht sehr nah am Gegner dran. Dies ist für die meisten Kämpfer ungewohnt nah und behindert ihn beim Schlagen und Kontern.
Da es auf kurze Distanz schwerer ist, die volle Schlagkraft zu entfalten, schlägt man also öfter hintereinander – am besten immer auf die selbe Stelle. Im PHB VT wird der Kettenfauststoß aber eher sparsam eingesetzt. Meist gibt es besser Optionen. Im WT wird er exessiv, aber oft (taktisch) falsch geübt.
Otto der Normalkämpfer wird wahrscheinlich mit dem Zuki/Punch bessere Ergebnisse erziehlen.
Aber funktionieren (vom richtigen Kämpfer zum richtigen Zeitpunkt mit Kraft, Härte und Geschwindigkeit ausgeführt) tun sie alle tun.
Also, nicht schwätzen, üben, üben, üben – und nicht nur in die Luft. Vom „in die Luft Schlagen“ lernt man nur, in die Luft zu schlagen!
Viel Erfolg!

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