Kampfsport – Selbstbewusstsein und Schmerzen

„Ich interessiere mich seit langem für Kampfsportarten. Mein Problem ist, dass ich zu wenig Selbstbewusstsein habe. Außerdem möchte ich auch niemandem wehtun. Daher frage ich mich ob Kampfsport, im Besonderen Judo, überhaupt etwas für mich ist, ob ich da überhaupt eine Chance habe oder ob ich meine Träume für immer begraben muss…“ – Eine sehr interessante Fragestellung.

Selbstbewusstsein kann man durch jeden Kampfsport entwicklen – und damit selbstverständlich auch durch Judo.

Ob Du eine Chance hast, kann ich Dir nicht wirklich sagen. Aber ich weiß eines: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Insofern: Du musst es versuchen. Nur dann wirst Du am Ende wissen, ob Judo etwas für Dich ist.

Keinem wehtun und Kampfsport betreiben, ist ein Widerspruch in sich. Das geht eigentlich gar nicht, denn im Kampfsport geht es ja gerade darum, gegen andere zu kämpfen. Alle in den Kampfkünsten gelehrten Techniken sind potentiell dazu geeignet, Verletzungen zu verursachen. Im Kampfsport wird der Gewalt mit Gewalt begegnet und das bedeutet zwangsläufig Verletzungen.

Verletzungen im Kampfsport müssen nicht automatisch bedeuten, dem anderen Knochenbrüche zuzufügen, ihn blutig zu schlagen oder sonst wie zu quälen … Schmerzen gehören einfach dazu, denn Techniken funktionieren nun einmal im Prinzip nur auf der Grundlage von Schmerzen. Die Wirkung der Techniken entsteht durch den Schock, der die Reaktion des Körpers auf die Krafteinwirkung ist.

Ein solcher Schock kann durch einen Wurf, dem gezielten Treffen eines Nervenpunktes, einen Hebel oder auch einfach einen schmerzhaften Treffer hervorgerufen werden.

Im normalen Training geht es natürlich nicht darum, den anderen so zu verletzen, dass dieser kampfunfähig wird. Hier geht es darum, die Techniken zu üben. Beide Partner gehen in der Regel verantwortungsvoll miteinander um. So kann die Effektivität der Techniken geübt werden und der Partner gleichzeitig „geschont“ werden.

Durch das Üben von schmerzhaften Techniken, lernt man natürlich auch zugleich, die Schmerzen auszuahlten. Das Schmerzempfinden verändert sich. Kampfsportler können erwiesenermaßen mehr Schmerz aushalten, als ein Nicht-Kampfsportler, eben weil sie den Schmerz bereits kennen. Das erklärt auch den positiven Einfluss von Kampfsport bei Kopfschmerzpatienten.

Trotzdem sollte man eine wichtige Grundregel nie vergessen: „Triff deinen Partner nie härter, als du selbst getroffen werden willst!“ – Schließlich kommt ja alles wieder auf einen selbst zurück …

Wer sich für Kampfsport entscheidet braucht daher – solange er verantwortungsbewusst – trainiert, keine Angst zu haben, dem anderen wehzutun. Jeder Kampfsportler kennt die Schmerzen und er lernt im Laufe des Trainings nicht nur, Schmerzen auszuhalten sondern auch Schmerzen durch entsprechende Meid- und Abfangbewegungen zu vermeiden bzw. eine Technik in ihrer Wirkung abzumildern.

Versuche es einfach! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 8.10.2010
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Kommentare

Das oberste Prinzip im Judo ist die Achtung und der Respekt vor dem Partner.
Keine Judo-Technik zielt darauf Schmerzen zuzufügen (auch Shime-Waza und Kansetsu-Waza haben das Ziel den Partner zu Aufgabe zu bringen, in dem er die Technik als wirksam anerkennt).

Im Judo verhindert das Ukemi-Waza ja genau, dass man selbst oder der Partner durch Nage-Waza Schmerzen erfährt.

Die oben genannte Fragestellung verdient meines Erachtens eine andere Antwort, als die, die hier im Blog gegeben wird.

Ich stimme zu, dass Achtung und Respekt vor dem Partner nicht nur im Judo sondern in allen Kampfkünsten wenn nicht immer das oberste, so doch ein außerordentlich wichtiges Prinzip ist.
Im Weitern würde würde ich hier aber widersprechen wollen.
Natürlich geht es im Judo darum, den Partner beispielsweise durch Kansetsu-Waza (Hebeltechniken) zur Aufgabe zu bringen. Besser dürfte aber wohl das Wort „zwingen“ sein. Niemand soll ja beim ersten Ansatz einer Technik sofort seine Niederlage anerkennen. Erst wenn eine Technik Wirkung zeigt, ist sie wirkungsvoll. Dies wiederum bedeutet im Fall von Kansetsu-Waza, dass Uke nicht vorsorglich aufgibt, sondern letztlich dadurch zur Aufgabe gezwungen wird, dass er die Wirkung der Technik anerkennt. Wirkung im Fall eines Hebels bedeutet: Der Schmerzpunkt ist erreicht. Ist der Schmerzpunkt nicht erreicht, gibt es letztlich keine Notwendigkeit aufzugeben, denn eine wirkungslose, weil möglicherweise falsch angesetzte, Technik wird niemanden zur Aufgabe bringen.
Natürlich soll man durch die Fallschule im Judo lernen, gefahrlos zu fallen. Bis dieses Ziel erreicht ist, muss jedoch zunächst ein mitunter recht schmerzhafter Weg beschritten werden, denn es kommt immer wieder zu Schmerzen und auch Verletzungen, gerade weil eben wichtige Details der Technik nicht beachtet wurden oder man die Anweisungen des Trainers in den Wind geschrieben hat.
Nicht zuletzt gibt es auch Wurftechniken, die den Partner in nicht unerheblichem Maß gefährden und gerade deshalb im Sport durch das Regelwerk verboten sind.
Ich bleibe dabei: Kampfsport mit dem Ziel auszuüben, keinem anderen Schmerzen zuzufügen, dürfte ein Widerspruch in sich bleiben. So wie beim Wandern müde Füße normal sind, gehören beim Kampfsport auch Schmerzen dazu. Auch wenn ich anderen nicht absichtlich Schmerzen zufüge, so kann ich es nicht vermeiden, dass der andere weil er sich beispielsweise nicht richtig abfängt, trotzdem aufgrund meiner Wurftechnik Schmerzen erleidet.

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