Gehören Schmerzen zum Kampfsport dazu?

Karate fightJa und nein, denn so einfach und klar ist diese Frage leider nicht zu beantworten. Zu klären ist die Frage, was Ursache der Schmerzen ist.
Dass eine gewisse Härte zum Kampfsport gehört sollte jedem bewusst sein. Dass die Techniken selbst auch Wirkung haben sollen und damit Schmerzen verursachen liegt auf der Hand.

Schmerzen, die durch die Ausführung von Techniken entstehen, sind jedoch in drei Fallgruppen zu unterscheiden, nämlich in durch die richtige Technikausführung verursachte Schmerzen in Schmerzen, die ihre Ursache in einer falschen Technik haben und dann in Schmerzen, die auf mangelnde Kontrolle oder gar absichtliches Überschreiten des angezeigten Maßes im Training zurückzuführen sind.
In Bezug auf die Schmerzen durch die korrekte Technik spielt natürlich insbesondere die Frage der Kontrolle eine entscheidende Rolle. Der Ausführende muss wissen, wie weit er gehen kann. Die Technik soll Wirkung zeigen. Man muss aber andererseits nicht mit der Technik seine Überlegenheit beweisen. Es darf in diesem Zusammenhang nämlich nicht vergessen werden, dass der andere als Trainingspartner einem selbst ja erst die Möglichkeit gibt, die Technik zu üben. Insofern muss etwas Rücksicht an den Tag gelegt werden. Ein Training ist kein Wettkampf und schon gar nicht der Ernstfall. Umgekehrt darf der Partner natürlich der Technik nicht bereits nachgeben, wenn noch gar keine Wirkung da ist. Denn nur wenn die Technik tatsächlich Wirkung erzielt kann sich der andere auch gewiss sein, die Technik richtig auszuführen.
Anders die Schmerzen, die durch eine falsche Übungsausführung hervorgerufen werden. Häufig versuchen Kämpfer mangelnde Technik durch Kraft zu ersetzen. Die Folge hiervon sind in der Regel jedoch immer Verletzungen. Eine gute Technik erfordert keine übermäßige Kraftanstrengung. Wer eine Technik (noch) nicht beherrscht, sollte alles daran setzen, diese Technik zu erwerben statt das was ihm an Technik fehlt, durch Kraft ersetzen zu wollen.
Gerade im Training ist schon aus Respekt vor und Rücksicht auf den Partner unerlässlich, seine eigenen Techniken zu kontrollieren und nicht das notwendige Maß zu überschreiten. Niemand erleidet gern selbst Verletzungen, die ihn womöglich gar auf längere das Training verwehren. Persönliche Gefühle haben im Training und auch im Wettkampf nichts verloren, denn sie beeinflussen die Techniken. Auch in einem Ernstfall sind persönliche Gefühle unangebracht, da sie das Urteilsvermögen trüben und zu unangebrachtem Handeln verleiten.
Bemerkt der Trainer, dass zwischen zwei Trainingspartnern doch persönliche Differenzen ein weitestgehend verletzungsfreies Training nicht (mehr) zulassen, so ist ein umgehendes Einschreiten erforderlich.
Schmerzen gehören zum Kampfsport soweit sie durch die Ausführung eine korrekten und kontrolliert ausgeführten Technik bedingt sind.
Schmerzen können aber auch eine Art Lernhilfe sein. Sie weisen den Weg zur korrekten Technik. Greifen wir als geradezu klassisches Beispiel die Fallübungen heraus. So lange bei der Ausführung einer Fallübung Schmerzen auftreten, so lange ist die Übungsausführung noch nicht korrekt, denn das durch die Fallübungen gelehrte richtige Abfangen hat ja gerade zum Ziel Schmerzen und Verletzungen zu vermeiden.
Abwehrtechniken im Karate, Taekwondo usw. bereiten dem Ausführendem ebenfalls keine Schmerzen, wenn die Technik korrekt ist. Solange eine Technik schmerzt, kann sie noch nicht richtig sein und muss weiter geübt werden.
Im umgekehrten Fall zeigen Schmerzen dem Partner, dass die Technik Wirkung entfaltet. Gerade bei Hebeltechniken geht es ja darum den Gegner durch Schmerzen zu beherrschen. Auch hier sind Schmerzen Lernhilfe und Korrektor zugleich.
Auf keinen Fall jedoch dürfen die Grenzen des zulässigen überschritten werden. Gewalt gehört nicht ins Training. Den Partner absichtlich oder aufgrund eines in mangelhafter Beherrschung der Technik begründetem übermäßigem Krafteinsatzes in Verletzungsgefahr zu bringen zeugt von mangelndem Respekt dem Partner gegenüber. Wer nach dem Grundsatz „Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘
auch keinen andern zu,“ lebt und handelt wird durch den anderen bezeugten Respekt auch von diesen respektiert und geachtet. Es heißt nicht umsonst „Wer ruft, sollte sich nicht über das Echo wundern.“

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 14.08.2013
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