Welche Selbstverteidigungssportart ist gut für mich?

Immer wieder liest man solche Fragestellungen: „Hi, ich bin 14 Jahre alt, 185 cm Groß und ca. 80 Kg schwer. Ich suche einen Kampfsport. Es geht mir nicht darum, dass ich lerne wie ich Kämpfe, sondern mich zu verteidigen. Ich will also eine Selbstverteidigungssportart machen. Kennt ihr eine Gute?“ Ich würde nicht danach fragen, was gut ist … Wer will schon eine Emfehlung von anderen? Jeder, den man fragt wird immer aus seinem eigenen Erleben heraus eine Empfehlung aussprechen oder von anderen Selbstverteidigungskünsten abraten.

Die Körpergröße und das Gewicht sind gleichfalls nicht unbedingt ausschlaggebend für die Wahl der „geeigneten“ Selbstverteidigungssportart. Viel entscheidender als all diese (äußerlichen) Punkte ist doch die Frage, was einem persönlich am besten liegt.

Grundsätzlich ist jede Kampfsportart zur Selbstverteidigung geeignet. Das ist ja auch der Hintergrund, warum es überhaupt Kampfsportarten gibt.

Ist man eher langsam, dafür aber kräftig, sollte man sich für eine Selbstverteidigungssportart entscheiden, die diesen persönlichen Voraussetzungen entspricht. Damit kommen zunächst einmal alle Sportarten, die eher auf Schnelligkeit, denn auf Kraft setzen, nicht mehr in die engere Wahl. Judo, Ju-Jutsu oder Boxen wären hier exemplarisch erwähnen.

Ist man eher schnell, dafür aber weniger kräftig, sollte man sich auf keinen Fall auf Kampfsportarten fixieren, die eher den Krafteinsatz betonen. Hierzu zählen beispielsweise Karate, Taekwondo oder Kungfu.

Natürlich wird man im Laufe des Trainings ohnehin nicht nur an Muskelmasse zulegen, sondern auch seine Schnelligkeit und Reaktion verbessern. Es kann also durchaus sein, dass sich die persönlichen Voraussetzungen verschieben oder sogar ganz verlagern.

Es gibt ferner „reine“ Selbstverteidigungskünste, die ausschließlich den Selbstverteidigungscharakter betonen und sozusagen gleich „zur Sache“ kommen. In diesem Zusammenhang wären insbesondere Krav Maga oder Wing Tsun / Wing Chun zu nennen.

Auch klassische Kampfkünste wie zum Beispiel Aikido oder das Ninjutsu sind gute Selbstverteidigungskünste.

Es gibt sehr viele Kampfsportarten und daher sollten auch die vorstehend genannten Faktoren nicht allein ausschlaggebend sein. Das Wichtigste ist in meinen Augen die Frage, ob man sich in der Lernumgebung wohlfühlt. Ob man mit dem Lehrer/Trainer zurecht kommt, ob man gern mit den anderen Trainingsteilnehmen trainiert.

Vielleicht sind ja auch Waffenkünste von einigem Interesse. Da wären zum Beispiel Kobudo oder Arnis / Eskrima zu nennen. Interessante Ansätze bietet auch das Capoeira …

Es gibt so viele Möglichkeiten, dass es sehr schwer fällt, alle erschöpfend zu behandeln. Meine Empfehlung würde daher lauten: Erst einmal überlegen, ob man (auch) mit oder nur ohne Waffen kämpfen möchte. Dies schränkt die Auswahl bereits etwas ein. Danach kann man sich nach geeigneten Vereinen, Clubs und Schulen in der Nähe umschauen und sollte dort unbedingt auch beim Probetraining mitmachen. So kann man sich am besten einen persönlichen Eindruck verschaffen. Da wo es einem am besten gefallen hat, da sollte man dann auch bleiben.

Insofern sind Empfehlungen von Dritten immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Jeder ist nämlich von seiner Kampfsportart überzeugt, sonst hätte er schon längst zu einer anderen gewechselt …

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 18.09.2010
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Das ‚ich will nicht kämpfen‘-Argument wurde bei der Beantwortung der Frage außer Acht gelassen. Gut so. Selbstverteidigung, wie sie hier gemeint ist, ist bestimmt durch die Akzeptanz des Kampfes und den Eintritt in ihn. Dafür ist Kämpfen letztlich unerlässlich.

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