Russland: Offiziere wegen Grausamkeit abgesetzt

russlandNach Beschwerden der Soldatenmütter St. Petersburgs über grausame Übergriffe auf junge Rekruten wurde am 1. Dezember das gesamte Kommando einer Militäreinheit im Leningrader Gebiet auf Befehl des Verteidigungsministeriums abgesetzt. Allein 2009 kamen in der besagten Einheit sechs junge Soldaten durch Brutalität der Vorgesetzten zu Tode, mehrere sind infolge der Schläge für ihre Leben lang behindert.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), die im Oktober über 16 Rekruten berichtete, die in dieser Einheit von ihren Vorgesetzten halbtot geschlagen wurden, sieht in der Absetzung des Kommandos einen unerwarteten Erfolg kontinuierlicher Menschenrechtsarbeit und hofft, dass nun eine Einstellungsänderung gegenüber dem bedingungslosen Prinzip von Pflicht und Gehorsam, das in Russland Offizieren Allmacht über Leben und Tod verleiht, einsetzt.

Anfang 2009 erlangte die Einheit Nr. 02511 in Kamenka bei Wyborg (Leningrader Gebiet) wegen der dort herrschenden Willkür gegen Rekruten traurige Berühmtheit. Mehrere Offiziere, die am 2. Tschetschenienkrieg und bei Russlands Besetzung Georgiens im Herbst 2008 teilnahmen, hatten junge Rekruten unter Androhung von Gewalt und durch schwere Prügel nach sechs Monaten Dienstzeit vertraglich zum Zeitsoldatendienst für weitere drei Jahre verpflichtet. Den dadurch erhöhten Rekrutensold steckten die Offiziere in die eigene Tasche. Sechs Rekruten starben allein in diesem Jahr infolge der Misshandlungen, mehrere wurden zu Invaliden auf Lebenszeit.

In einem Brief, der aus Kamenka herausgeschmuggelt werden konnte und der IGFM vorliegt, schildert ein Rekrut: „… Ich weiß gar nicht, in welche Worte ich das fassen soll. Es herrscht das Gebot des Schweigens. Sie verbieten, ein Wort zu verlieren, sie erniedrigen, prügeln, Verletzungen müssen verheimlicht werden. Wir brauchen dringend reelle Hilfe. Uns steht die Unterzeichnung von Verpflichtungen zu Zeitsoldaten bevor, die in dieser Einheit auf derart brutale Weise erpresst wird, dass kaum jemand wagt, sie zu verweigern. Obere Ränge sind frei in allem, was sie tun. Es ist ein Horror! So eine Brutalität, wie hier, findet man wohl kaum woanders. Hier gelten einfache Soldaten nichts! …“

In der Nacht auf den 2. Oktober 2009 wurden 16 Rekruten von drei Vorgesetzten halbtot geprügelt. Die Rekruten Gleb Loginow und Alexander Banezkij erlitten schwere Gehirnerschütterungen, ihnen wurde der Kiefer gebrochen und sie hatten Blutergüsse am ganzen Körper. Andere erlitten schwere Verletzungen innerer Organe. Ende Oktober versuchte Artem Dergatschew durch Selbstmord seinem Martyrium ein Ende zu setzten, indem er sich mit einem rostigen Nagel die Venen aufschlitzte.

Seit dem 19. September kämpfen Ärzte um das Leben des 18jährigen Roman A. Kasakow. Im wurde die Schädeldecke eingeschlagen, danach sperrte man den Bewusstlosen ins Privatauto seines vorgesetzten Offiziers und vergiftete ihn mit Abgasen. Erst Stunden später fand man ihn. Seitdem liegt er im Koma. Die Militärstaatsanwaltschaft stellte umgehend einen Bescheid aus, wonach Kasakow angeblich einen „Selbstmordversuch“ begangen hätte. Sein Krankenzimmer wurde von Militärwachen hermetisch abgeriegelt. Nur seine Mutter wurde zu ihm durchgelassen. Anfang Dezember verschwand sie plötzlich spurlos. Die Soldatenmütter fürchten nun auch um das Leben der Mutter des Rekruten. Auch befürchten sie, dass das Militär ihn absichtlich sterben lassen wolle, um so die Spuren des Verbrechens zu vertuschen.

Ausgelöst durch die Beschwerden der Organisation „Soldatenmütter St. Petersburgs“ und Veröffentlichungen im In- und Ausland ordnete das Verteidigungsministerium eine Untersuchung an. Es wurde festgestellt, dass die Beschwerden über die Misshandlung der Rekruten in Kamenka den Tatsachen entsprachen und Korruption, Diebstahl von Staatseigentum und Erpressung der Rekruten durch Offiziere im hohen Maße dort herrschen. Aufgrund der Ergebnisse wurde das gesamte Kommando der Einheit abgesetzt.

Übergriffe wie in Kamenka sind in vielen Kasernen an der Tagesordnung. Schlechte Bezahlung, geringe Aufstiegschancen, aber auch die immer noch vorherrschende Einstellung zu bedingungslosem Gehorsam verführen immer wieder Offiziere zu schweren Übergriffen auf Untergebene.

Quelle: openPR

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 11.12.2009
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