Olympia und Corona

Original author: Pierre de Coubertin (1863-1937) – Manual reconstruction by Denelson83

Kein Event ist wohl so umstritten wie die aktuell stattfindenden olympischen Spiele in Japan. Ist wirklich sinnvoll, dass rund 100.000 Menschen aus aller Welt zusammenkommen, um Olympia zu feiern und dabei womöglich zum Superspreader zu werden? – Diese Frage stellen sich viele.

Die japanische Öffentlichkeit steht den olypmischen Spielen ablehnend gegenüber: Mehr als 80% der Japaner lehnen die olympischen Spiel aus Furcht vor dem Corona-Virus ab. – Um einen Vergleich zu wagen: Ebenso viele Japaner sind für die Beibehaltung der Todesstrafe, die in Japan durch Hängen praktiziert wird.

Während die Todesstrafe international geächtet und Japan für sein Festhalten an der Todesstrafe und die Durchführung der Hinrichtungen immer wieder in der Kritik steht, ist die internationale Haltung in Bezug auf die olympischen Spiele nicht so eindeutig.

In erster Linie scheinen die olympischen Spiele ein Politikum zu sein. Schon 2020 als der Corona-Virus sich allmählich ausbreitete war eine breite Mehrheit der Japaner für eine Absage der olympischen Spiele. Doch die Regierung hielt gemeinsam mit dem olympischen Komitee lange am Zeitplan für die olympischen Spiele fest. Sehr spät erst wurden die Spiele abgesagt und auf 2021 verschoben.

Ehrlicherweise muss man zugeben, dass die Situation 2021 nicht wirklich besser ist als in 2020. Der einzige Unterschied besteht darin, dass es Impfstoffe gibt und die meisten Teilnehmer geimpft sind.

Dennoch hat Tokyo aktuell die höchsten Infektionsraten seit Februar aufzuweisen. Zugegeben: rund 1.200 Neuinfektionen pro Tag sind bei 9,6 Millionen Einwohnern, die noch dazu extrem eng beieinander leben nicht wirklich viel.

Während aber die Gouverneurin von Tokyo den Corona-Notstand für die Stadt verkündet, was mit diversen Einschränkungen für das öffentliche Leben verbunden ist (beispielsweise darf kein Alkohol ausgeschenkt werden und auch Restaurants müssen früh am Abend schließen – das alles in einer Stadt, in der das private Leben aufgrund der Enge der eigenen Wohnungen überwiegend in Restaurants stattfindet).

Firmen, die sonst gern mit Olympia werben, haben sich nahezu ausnahmslos aus der Werbung zurückgezogen und tun alles um zu vermeiden, dass die Marken im Zusammenhang mit Olympia genannt werden. Aus dem Prestige-Projekt „Olympia“ könnte sonst ein PR-Desaster werden …

Die Einreise nach Japan ist bereits seit Beginn des Jahres nahezu unmöglich. Japan hat sich abgeschottet, um auf diese Weise zu verhindern, dass Corona aus dem Ausland ins Land eingeschleppt wird. Wer mit Sondergenehmigung dennoch nach Japan einreist wird am Flughafen getestet, dann für drei Tage in spezielle Quarantäne gesteckt und darf erst nach einem weiteren negativen PCR-Test diese Quarantäne verlassen. Danach muss man aber bis zu 14 Tage nach Ankunft weiter in Isolation bleiben. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist in dieser Zeit untersagt. Die Einhaltung der Quarantäne wird peinlichst genau überwacht. Dazu dienen Smartphone-Apps, die installiert werden müssen, Video-Anrufe, Tracking, Monitoring des Gesundheitszustands …

Um zu verhindern, dass Corona nach Japan eingeschleppt wird, sehen sich auch die Olympioniken einer Reihe von Einschränkungen ausgesetzt. Sie dürfen die zugewiesenen Unterkünfte nicht verlassen und sich vor allem nicht frei im Land bewegen. Sie werden zwischen den Unterkünften und den Wettkampfstätten mit speziellen Shuttle-Bussen hin- und hergefahren.

Zwischenzeitlich sind unter den zahlreich angereisten Offiziellen und Sportlern bereits mehr als 100 Corona-Fälle bestätigt worden, was die Vorbehalte gegen Olympia in diesem Pandemie-Jahr weiter wachsen ließ.

Zugleich sollen die olympischen Spiele nicht nur ein Zeichen des Friedens sondern auch ein Zeichen der Hoffnung sein.

Die allgemein sehr ablehnende Haltung gegenüber Olympia scheint in Japan langsam einer positiveren Stimmung zu weichen, wenngleich die Skepsis unter den Japanern weiter deutlich überwiegt.

Das Internationale Olympische Komitee scheint meiner Meinung auch ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein und in einer Traumwelt zu leben, wie die offiziellen Statements und Verlautbarungen erkennen lassen. Die Sportler hätten ja in der Regel nur einmal im Leben die Chance an Olympia teilzunehmen, sie hätten sich so intensiv vorbereitet und dürften jetzt nicht enttäuscht werden …

Ja … das ist alles richtig. Und trotzdem sind auch die Sportler Teil der Bevölkerung dieser Erde, die sich in nahezu allen Ländern der Welt erheblichen Restriktionen ausgesetzt sieht. Es geht dabei nicht darum, dass die Sportler aus „Solidarität“ auf Olympia verzichten sollten sondern sich in die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der proklamierten Maßnahmen fügen sollten. Doch für die Spitzen-Sportler gilt offenbar etwas anderes, als für den Otto-Normalverbraucher, wie wir zuvor bereits beim Fußball sahen.

Dennoch – und das finde ich wiederum bemerkenswert – versuchen die Organisatoren auch ein klein wenig Normalität zu schaffen und gleichzeitig zu beweisen, dass auch sportliche Groß-Events wie Olympia (mit gewissen Einschränkungen) in Corona-Zeiten durchführbar sind. Dies wiederum gibt nährt die Hoffnung, dass die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit bestimmter Einschränkungen künftig stärker hinterfragt werden wird, wenn die Corona-Zahlen wieder steigen.

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 24.07.2021
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