Kreuzfahrt-Knigge – Tipps für das erste Mal an Bord

Kreuzfahrten sind längst zum Mainstream geworden: Laut einer jüngst von Travelzoo® umgesetzten Umfrage sind fast die Hälfte der rund 1.600 befragten Reiseinteressierten mit Schiffsreisen vertraut. Und knapp drei Viertel der Unerfahrenen wären an ihrem Kreuzfahrt-Debüt interessiert. Doch oftmals herrscht Unsicherheit, welches Verhalten auf einem der modernen Kreuzer angebracht ist: Wie viel Trinkgeld ist angemessen, welche Kleidung gehört ins Reisegepäck und was gehört sonst zum guten Ton? Damit Kreuzfahrt-Neulinge perfekt für ihr Schifffahrts-Debüt vorbereitet sind, zehn hilfreiche Tipps.
1. Sicherheit an Bord
Jeder Passagier eines Kreuzfahrtschiffes muss innerhalb der ersten 24 Stunden an Bord an einer Sicherheitseinweisung teilnehmen – so lautet die internationale Vorschrift. Die aktive Teilnahme an der Seerettungs-Übung gehört zum Pflichtprogramm. Aber keine Sorge: Das Ganze ist schnell erledigt und kann sogar Spaß machen. Außerdem lassen sich hier wunderbar erste Kontakte zu Mitreisenden knüpfen. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.
2. Immer am Mann: die Bordkarte
Jeder Passagier erhält seine persönliche Bordkarte. Da auf ihr die persönlichen Daten des Gastes gespeichert sind, gilt sie als Ausweis. Man hat sie möglichst immer dabei. So wird zum Beispiel über die Karte vermerkt, wenn ein Reisender einen Ausflug unternimmt und ob er wieder wohlbehalten zurück an Bord ist. Außerdem ist sie Kabinenschlüssel und Bezahlmittel in einem. Und: Wer möchte, kann die Bordkarte als Souvenir mit nach Hause nehmen. Die Reedereien haben in der Regel nichts dagegen.
3. Dresscode: Kleider machen Leute
In der Regel ist der Dresscode auf einem Kreuzfahrtschiff locker und leger. Am Pool reichen Badekleidung und Flip-Flops. Für den Weg von der Kabine zum Pool sollten Urlauber sich aber etwas überziehen. Das gilt außerdem für die Buffetrestaurants am Pool, in denen auch Barfußlaufen nicht erlaubt ist. Auf dem Rest des Schiffes trägt man tagsüber legere Kleidung. T-Shirt, Shorts, kurzer Rock und Sandalen sind vollkommen in Ordnung. Etwas formeller geht es erst am Abend zu. Auf nahezu allen Schiffen sind dann in den Restaurants und im Bord-Theater kurze Hosen, ärmellose T-Shirts und Sandalen unerwünscht. Frauen verzichten lieber auf Pfennigabsätze – zum einen um dem schwankenden Schiff gewachsen zu sein, zum anderen um die Bodenbeläge nicht zu beschädigen.
Urlauber können sich vorab auf der Webseite der Reederei über mögliche Kleiderordnungen informieren oder die Details im Programm des Schiffes nachlesen. Doch was verbirgt sich hinter den einzelnen Begrifflichkeiten?
Casual: Hier geht es zwanglos und leger zu. Doch auch bei diesem Dresscode kann je nach Reederei zum Abend etwas zugeknöpftere Kleidung gefragt sein. Männliche Urlauber sollten also zur Sicherheit geschlossene Schuhe und eine lange Hose in ihrem Gepäck haben, Frauen knielange Kleidung und Oberteile, die ihre Schultern bedecken.
Resort Casual: Auch unter „Cruise Casual”, „sportlich leger” oder „legere Abendkleidung” bekannt, tragen Herren hier eine lange Stoffhose mit Hemd oder Poloshirt. Frauen sollten zu einem schönen Sommerkleid, einer Bluse mit einem knielangen Rock oder mit einer halblangen Hose greifen. Flip-Flops lassen Reisende lieber in der Kabine.
Semi-Formal: Dieser Dresscode ist unter „Smart Casual“, „sportlich elegant“ oder „sportliche Abendkleidung“ zu finden. Ins männliche Reisegepäck gehören ein Hemd, von Fall zu Fall eine Krawatte, ein Sakko und je nach Reederei auch ein sportlicher Anzug. Frauen greifen zu Bluse und Blazer oder zu einem Cocktailkleid. Auch ein Hosenanzug oder ein Kostüm sind vollkommen in Ordnung. Bei Events, die als „Semi-Formal“ beschrieben werden, mit Jeans aufzutauchen, wird gar nicht gerne gesehen.
Formal: Hier ist elegante Kleidung gefragt. Dieser Dresscode wird manchmal auch als „Cruise elegant“ oder „festliche Abendkleidung“ beschrieben. Männer tragen einen dunklen Anzug oder Smoking. Frauen ein schickes Abend- oder Cocktailkleid. Auch ein eleganter Hosenanzug ist in Ordnung.
4. Service & Trinkgeld
Bei gutem Service sind Trinkgelder nicht wegzudenken. Viele Reedereien veranschlagen eine Service-Pauschale, die den Passagieren zum Ende der Reise in Rechnung gestellt wird. Sie wird dann auf alle Crewmitglieder umgelegt, so dass jeder Mitarbeiter profitiert. Üblich sind bis zu 12 Euro je Tag und Reisenden. Für Zusatzleistungen an Bord fallen in der Regel noch einmal Zuschläge von 15 Prozent an – beispielsweise im Spa-Bereich. Neben den Pauschalen werden aber auch spezielle Personen, zu denen die Urlauber regelmäßig Kontakt haben, mit einem persönlichen Trinkgeld bedacht. Schiffsreisende informieren sich besser im Vorfeld über das Vorgehen der gewählten Reederei, um Fettnäpfchen zu vermeiden.
5. Alkohol, Rauchen und Glücksspiel
Auf manchen Schiffen umfassen die All-Inclusive-Angebote auch eine Auswahl an alkoholischen Getränken. Bei anderen Reedereien wird Tischwein angeboten oder Schiffsreisende können gegen Gebühr ausgewählte Getränkepakete beziehen. Aber aufgepasst: Es ist nicht erlaubt, alkoholische Getränke von zu Hause oder von Landausflügen mit an Bord zu bringen. Darüber hinaus wird natürlich kein Alkohol an Minderjährige ausgeschenkt, sie dürfen auch nicht an Glücksspielen teilnehmen. Und wird ein amerikanischer Hafen angesteuert, gelten diese Regeln auch für Passagiere unter 21 Jahren. Raucher greifen nur in den dafür vorgesehenen Bereichen zum Glimmstengel.
6. Platz da: im Restaurant und am Pool
Wie in Hotels wird es auch auf Kreuzfahrtschiffen nicht gerne gesehen, ungenutzte Liegen am Pool mit Handtüchern zu blockieren. Ein absolutes No-Go! In den Restaurants herrscht oftmals freie Platzwahl. Nicht selten werden die Tische im Hauptrestaurant aber auch zum Reisebeginn zugeteilt – und damit die Sitznachbarn. Hier ist es nur höflich, sich vorzustellen und zumindest einen kurzen Small-Talk zu betreiben. Aber keine Sorge: Wer Probleme mit seinen Nachbarn hat, dem hilft der Manager des Restaurants. Sicher wird es möglich sein, den Platz zu tauschen.
7. Timing ist alles: Ausflüge
Land und Leute erkunden: Passagiere können über die Reederei spannende Ausflüge buchen. Ein Muss ist das aber nicht. Wer mag bleibt auf dem Schiff, nutzt Offerten der Anbieter vor Ort oder erkundet die Region auf eigene Faust. Wichtig ist nur, rechtzeitig wieder zurück an Bord zu sein. Das gehört nicht nur zum guten Ton, sondern ist auch im eigenen Interesse: Denn der Kapitän wird nicht auf einzelne Reisende warten, die zu spät eintreffen. Außerdem sollten Ausflügler auf regionale Gepflogenheiten achten – zum Beispiel bei Erkundungstouren in streng religiöse Länder.
8. Sprechen Sie Deutsch? Fremdsprachen an Bord
An Bord eines internationalen Schiffes ist es schwierig, nur mit der Muttersprache auszukommen. Das Bordprogramm und die Speisekarten werden zwar in der Regel in mehreren Sprachen angeboten und an der Rezeption gibt es Gästebetreuer mit Deutschkenntnissen. Wer aber gar kein Englisch spricht, bucht lieber bei einer deutschen Reederei.
9. Zutritt verboten
Wie in einem Flugzeug das Cockpit, fasziniert so manchen Reisenden bei einem Kreuzfahrtschiff die Brücke. Aber ebenso wie über den Wolken, darf auch auf hoher See der Wirkungsbereich des Kapitäns nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis betreten werden. Wer neugierig ist, bucht eine organisierte Führung.
10. Kinder an Bord
Auf den meisten Schiffen wird eine umfassende Kinderbetreuung geboten, sodass die Kleinen beschäftigt sind. Aber es gibt immer Zeiten, in denen alle Reisende zusammentreffen. Natürlich sind Kinder lebhaft – aber so mancher Urlauber hat ein ebenso großes Ruhebedürfnis wie die Jüngsten einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Hier ist gegenseitige Rücksicht gefragt. Ein Tipp für Ruhesuchende: Der Spa-Bereich, ein Abschnitt des Pools und bestimmte Bars sowie Restaurants sind in der Regel nur für Erwachsene zugelassen. Neben der Erlebnisrutsche kann hingegen niemand eine Oase der Stille erwarten.
Quelle: openPR

geschrieben von: marco am: 14.07.2015
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