Interview

Der Geschäftsführer von Budoten, Ralph P. Görlach,,?wurde von dem bundesweit erscheinendem Fachblatt „Der Handel“ für die Februar-Ausgabe interviewt.Budoten hat sich seit Anfang des 21. Jahrhunderts,?als größter Kampfsportversender in Deutschland etabliert. Dies war Grund und Anlass für das Fach-Magazin mit unserem Geschäftsführer ein Interview zu führen. „Der Handel“ wollte von uns mehr über die bisher gesammelten Erfahrungen mit verschiedenen Logistik-Dienstleistern erfahren.

Hier können Sie das Interview in voller Länge nachlesen:

Seit wann gibt es Budoten, und wie groß ist Ihr Unternehmen (Mitarbeiteranzahl)?

Die Firma Budoten ist seit dem 01.01.2005 aktiv und vertreibt im Wesentlichen Kampfsportartikel sowie asiatische und europäische Waffen sowie Messer. Budoten,?führt,?seit 01.01.2005 den seit April 2000 agierenden Internet-Versand „Budoshop-Online“ fort. Die damals 6 Angestellten wurden von Budoten übernommen. Budoten hat heute 20 Angestellte. In Deutschland ist Budoten der größte Internet-Versender im Bereich Kampfsport.

Welchen Logistiker nutzt Budoten für die Verschickung – und warum?

Für den Versand nutzen wir DHL und DPD sowie für den Briefversand die Deutsche Post. Ganz im Anfang nutzten wir ausschließlich DHL, was allerdings aufgrund der recht hohen Paketentgelte wenig attraktiv war. Der Versand über DPD ist unter dem Gesichtspunkt der Kosten betrachtet günstiger. Im Business-Bereich kann DPD eindeutig punkten. In der Regel erfolgt die Zustellung innerhalb 24 Stunden. Bei DHL gibt es hier aus unserer Sicht Nachbesserungsbedarf.
Wenn es um die Belieferung von Privatkunden geht, so ist DPD nicht flächendeckend zu empfehlen. Dies liegt wohl auch daran, dass DPD in der Vergangenheit fast ausschließlich im Geschäftskundenbereich tätig war und noch immer nicht alle Zusteller gelernt haben, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen. So gibt es in Bezug auf die Terminabsprache für eine erneute Anlieferung häufig Probleme, da die zuständigen Depots vor Ort sehr unflexibel reagieren oder der Zusteller vor Ort mitunter überfordert zu sein scheint. Die Nicht-Zustellung von Paketen wegen Adressmängeln ist bei DPD höher als bei DHL.
DHL hingegen bietet seinen Service flächendeckend an. Bei Nichtantreffen des Empfängers ist die Abholung in der Postfiliale möglich. Trotzdem gibt es auch hier Schwierigkeiten. Erstaunlich, dass der Paket-Zusteller sein Paket los wird, während der Briefzusteller feststellt, dass der Empfänger unter der angegebenen Anschrift nicht zu ermitteln sei.
DPD nutzen wir aufgrund der günstigen Basis-Kosten. Darüber hinaus ist der Versand von sperrigen Artikeln deutlich günstiger als bei DHL.
DHL nutzen wir aufgrund der großen Verbreitung in Deutschland. Da der Versand über DHL teurer ist, überlassen wir dem Kunden die Entscheidung, ob er sich für den preiswerteren Versand über DPD entscheidet oder auch bereit ist, für den Versand über DHL einen Aufpreis zu zahlen.

Haben Sie auch Erfahrungen mit anderen Logistikern gemacht?

Wir haben bereits auch mit UPS und dem Hermes Versand zusammengearbeitet. Die allgemeinen Konditionen und die Preispolitik entsprachen beim Hermes-Versand in keinster Weise unseren Vorstellungen. UPS zählt bekanntermaßen zu den Premium-Logistikern. Es sehr guter Service, den man mit sehr hohen Preisen bezahlt. Wir setzen UPS daher nur dann ein, wenn ein Kunde dies explizit wünscht.

Außer der Zuverlässigkeit und Schnelligkeit – was sind für Sie noch wichtige Kriterien, die ein Logistiker mitbringen muss?

Wir erwarten von unserem Logistik-Dienstleister Flexibilität. Mitunter ist ein rasches Handeln erforderlich, wenn einmal mehr Sendungen als üblich unser Haus verlassen oder bestimmte Sendungen sicher und schnell von A nach B kommen müssen. Wir erwarten, dass auch in diesen Fällen eine rasche und unbürokratische Lösung außerhalb des Üblichen gefunden wird. Immer nach dem Motto: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Ferner ist uns wichtig, einen konkreten Ansprechpartner zu haben, den man auch persönlich kennt. Auch zählt Individualität bei der Vertragsgestaltung, denn Standard-Verträge werden unseren Ansprüchen nur bedingt gerecht.
Nicht zuletzt erwähnt werden muss die Kooperationsbereitschaft bei Transportschäden. Transportschäden, vermisste Sendungen, fehlgeleitete Pakete … das sind alles Fälle, die weit häufiger auftreten, als man gemeinhin vermuten möchte. Alle Pakete werden „versichert“ versendet. Wenn es doch einmal zum Schadensfall kommen sollte, dann erwarten wir, eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung. Dies funktioniert bei DPD sehr gut. Bedauerlicherweise ist die Schadensabwicklung bei DHL mit Abstand am schlechtesten. Hier haben die Mitarbeiter anscheinend die Anweisung zunächst einmal abzulehnen, im Fall des Widerspruchs noch einmal abzulehnen und ggf. den Anspruch erneut abzulehnen, bevor sich dann doch einmal jemand etwas eingehender mit dem Vorgang beschäftigt. Dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass der Schaden dann auch wirklich ersetzt wird.
In diesem Zusammenhang möchte ich ein extrem positives Beispiel bei der österreichischen Post erwähnen. Nach einem Transportschaden – wir waren selbst gerade erst von unserem Kunden informiert worden – meldete sich ein Mitarbeiter der österreichischen Post bei uns und fragte nur nach der Höhe des entstandenen Schadens und unserer Bankverbindung. Innerhalb von zwei Tagen war das Geld auf unserem Konto. Nicht einmal im Inland habe ich je eine so schnelle Schadensabwicklug erlebt.

Haben Sich Ihre Anforderungen an Logistiker verändert, seit Sie Ihr Unternehmen gegründet haben?

Nein. Wir sind mit unseren Logistikern sehr zufrieden. Gemeinsam bemühen wir uns die Zusammenarbeit immer weiter zu verbessern, um nicht zuletzt im Interesse unserer Kunden sicherzustellen, dass die Ware möglichst rasch und ohne Verzögerungen bei diesem eintrifft.

Ist es aus Ihrer Sicht sinnvoll, ständig den Logistiker zu wechseln, um möglichst viel Kosten zu sparen, oder setzen Sie eher auf Treue zum Geschäftspartner?

Ich denke, Treue zahlt sich aus. Eine langjährige gute Zusammenarbeit begründet gegenseitiges Vertrauen und Verlässlichkeit. Es mag sein, dass man möglicherweise kurzfristig Kosten sparen kann, doch langfristig betrachtet bin ich fest davon überzeugt, dass man draufzahlt. Was ist wenn bei einer Auftragsabwicklung schwierigere Probleme auftreten? Hier zahlt sich Treue zum Geschäftspartner letztlich immer aus. Wer sprunghaft von einem zum anderen Anbieter wechselt oder erst seit kurzem bei einem neuen Logistiker ist, wird in der Regel in Problemsituationen möglicherweise rascher mit einer Vertragskündigung zu rechnen haben, als dies bei langjährigen Kunden der Fall ist. Neben den Nerven, die man hierbei lassen muss, verschlingen zwangsweise Umdisponierungen meist ein Vielfaches von dem, was man kurzfristig einzusparen glaubte.

Hat heute ein Logistiker überhaupt noch eine Chance, der nicht ermöglicht, dass ein Kunde auf Anfrage feststellen kann, wo sich seine Ware im Augenblick befindet?

Mit Sicherheit nicht. Jeder Kunde möchte jederzeit wissen, wo das Paket ist. Dies ist auch aus Sicht des Empfängers mehr als nur eine nette Zusatz-Information. Kunde und Empfänger können so gleichermaßen, jeder von seiner Seite, das Ihrige zu einer pünktlichen Zustellung beitragen, da bei Schwierigkeiten sofort das jeweilige Auslieferungsdepot kontaktiert werden kann, an dem sich das Paket gerade befindet. Dies erspart nicht zuletzt dem Versender seitens des Kunden einige vermeidbare Anfragen nach dem Verbleib der Sendung.

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 13.02.2008
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