Harte Prüfungen Formen für’s Leben

… scheint so mancher zu meinen. Allein wenn man sich die unzähligen größeren und kleineren Verbände im Karate anschaut fällt auf, dass sie sich aus technischer Sicht eigentlich nur in unwesentlichen Dingen wenn nicht sogar überhaupt nicht unterscheiden. Doch einen ganz großen Unterschied gibt es: die Prüfungsanforderungen. Hier scheinen sich die Verbände gegenseitig übertreffen zu wollen.

Je umfangreicher eine Prüfungsordnung ist desto wertvoller ist die erreichte Graduierung suggerieren die für die Prüfungsordnung Verantwortlichen. Ist dem aber wirklich? Ich meine Nein! Ein erfahrener Prüfer braucht nicht stundenlange Prüfungen anzusehen. Er muss nicht unzählige Kombinationen und Variationen abfragen. Wenn er wirklich das ist, was er vorgibt zu sein, bedarf es nur einiger weniger Techniken um den Prüfungskandidaten einzuschätzen. Alles andere dient nur der Befriedigung des eigenen Ego und der Bestätigung der eigenen Position frei nach dem Motto: „Dass musst Du erst einmal schaffen, um an mich heranzukommen.“ Nur allzuoft schaffen sie so einen künstlichen Vorsprung zwischen sich und ihren Schülern, der eigentlich gar nicht vorhanden ist. Sie bremsen den Fortschritt ihrer Schüler mit hohen Prüfungsanforderungen aus.

Eines ist aber sicherlich richtig: Was leicht zu erlangen ist wird von vielen nicht oder nicht richtig geschätzt. Insofern könnte dies hohe Prüfungsanforderungen rechtfertigen. Aber ist dem wirklich so?

Prüfungen sind die Steine auf dem Weg. Prüfungen muss man meistern. Jede bestandene Prüfung dokumentiert einen abgeschlossenen Abschnitt des Weges nach außen. Aber die Prüfung allein macht weder besser noch schlechter. Nach einer Prüfung ist man ebensowenig besser oder schlechter wie vor der Prüfung. Man ist noch immer einunddieselbe Person wie zuvor.

Wenn aber Prüfungsanforderungen unnötig hoch geschraubt werden, so gibt es hierfür keinen wirklich guten Grund aus Sicht der Schüler und auch dem Lehrer dürfte eine entsprechende Begründung äußerst schwer fallen. Der Lehrer bereitet die Schüler durch das Training vor. Aber worauf eigentlich? Geht es um die Kampfkunst selbst oder um die Gürtel? Das reguläre Training sollte nach und nach tiefer in die Kampfkunst einführen. Eines spezifischen „Prüfungs-Vorbereitungs-Trainings“ bedarf es insofern überhaupt nicht. Nochmals: Ein guter Prüfer wird nach wenigen Techniken den Stand des vor ihm stehenden Prüfungskandidaten einschätzen können.

Wenn wir ehrlich sind, erreichen harte Prüfungen doch eher das Gegenteil von dem, wofür sie eigentlich gedacht sind. Sie schrecken ab, statt anzuspornen und sie bringen dem Prüfer und/oder der Organisation mehr Geld, da häufiger Wiederholungsprüfungen anfallen.

Ich habe nicht wenige Kyu-Prüfungsprogramme gesehen, deren Anforderungen selbst oberhalb derer für Dan-Prüfungen lagen. So etwas ist mit nichts zu rechtfertigen. Die Schüler werden durch die Prüfungen nicht besser. Hohe Prüfungsanforderungen machen die Kampfkunst nicht besser. Einzig eine gezielte und qualifizierte Weiterbildung der Lehrer wird dazu beitragen das Niveau des Kampfkunst-Unterrichts zu heben. Und trotzdem: der einzelne Mensch als Vertreter seiner Kunst bleibt doch immer er selbst.

Harte Prüfungen formen einige besonders veranlagte Mitmenschen für’s Leben. Die breite Masse aber nicht. Die Schule des Lebens sind nicht die Prüfungen sondern vielmehr die Unterrichtsstunden und Trainingseinheiten, die man besucht. Mag sein, dass man in der Prüfung auch etwas lernt. Aber wieviel Zeit machen Prüfungen in einem Kampfkunstleben gemessen an der für das Training aufgewendeten Zeit schon aus? Der Anteil ist verschwindend gering. Und gerade deshalb brauchen wir keine Prüfungssysteme, die die Unzulänglichkeiten des Lehrers und seines Trainings ausgleichen, sondern einen gut ausgebildeten Lehrer, der seine Schüler voranbringt und ihnen das beibringt, was sie für ihren Fortschritt in der Kampfkunst brauchen.

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 7.01.2010
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