Der nächste Lockdown …

Nun ist erneut eingetreten, was die Politiker noch vor wenigen Wochen unbedingt vermeiden wollten: Ein neuer Lockdown. Zwar wurden diesmal Schulen und KITA’s nicht geschlossen und auch der Einzelhandel kann weiter geöffnet bleiben, doch erneut trifft es die Sportvereine!
Ich möchte keinen Hehl daraus machen: Ich bin persönlich über diese Entscheidung sauer …

Mir ist bewusst, dass die Infektionszahlen explodieren und damit perspektivisch eine Überlastung des Gesundheitssystems drohen könnte. Jedoch bin ich persönlich nicht davon überzeugt, dass die aktuellen Maßnahmen tatsächlich notwendig, angemessen und geeignet sind, die Infektionszahlen deutlich zu reduzieren.

Die Schulen bleiben geöffnet. Die meisten Sportvereine bieten ihr Training für exakt die gleichen Zielgruppen an, die in die Schulen gehen. Das Training findet auch zumeist in Schulturnhallen statt. Dazu kommt, dass nahezu jeder Verein ein Hygiene-Konzept erarbeitet hat und penibel darauf achtet, dieses auch umzusetzen.

Mit der Gastronomie, der Kultur, den Hotels und den Vereinen trifft der neuerliche Lockdown ausgerechnet jene Bereiche, in denen eine lückenlose Kontaktverfolgung möglich wäre.

Das Robert Koch Institut ließ verlauten, dass die Infektionsquellen mehrheitlich nicht bekannt seien. Aber beispielsweise die (verantwortungsvoll handelnde) Gastronomie nicht als Treiber der Infektion anzunehmen sei. Vielmehr würden die meisten Infektionen im privaten Bereich stattfinden. Mit dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens steht nun zu befürchten, dass auch die wenigen nachverfolgbaren Infektionsketten künftig nicht mehr nachverfolgbar sind.

Doch zuvor stellt sich die Frage warum Krankenhäuser überlastet werden könnten. Hier zeigen sich Versäumnisse der Regierungen in der Vergangenheit:
Zu wenige Intensiv-Plätze, zu wenig Pflegekräfte, ein gewinnorientieres Führen von Krankenhäusern wo doch Vorsorge im Mittelpunkt stehen sollte …
In den Sommermonaten mit vergleichsweise niedrigen Infektionsraten wurden keine Vorkehrungen für die kalte Jahreszeit getroffen. Erst mit Beginn des neuen Schuljahres begangen beispielsweise hektische Überlegungen, wie die Schüler vor Ansteckungen geschützt werden könnten …
Die Corona-Schutzbestimmungen (z.B. Verpflichtung zum Tragen einer Maske, Abstände in öffentlichen Verkehrsmitteln) wurden in Deutschland nicht kontrolliert bzw. durchgesetzt.
Ein Ergebnis dieser Versäumnisse sehen wir jetzt.

Natürlich können wir mit einem zielgerichteten Lockdown die Infektionszahlen senken, doch dazu wäre es sinnvoll gezielt dort anzusetzen, wo die Infektionen auch auftreten. Das Robert Koch Institut ist zu der Erkenntnis gekommen, dass die meisten Infektionen im privaten Bereich stattfinden. Dies wiederum bedeutet, dass ein Herunterfahren des öffentlichen Lebens sich u.U. sogar noch zu einem Pandemie-Treiber entwickeln könnte.

Wenn bei der Corona-App der Datenschutz gestrichen würde, hätten die Gesundheitsämter keine Schwierigkeiten, Infektionsquellen zu finden, Infektions-Ketten nachzuvollziehen, Infizierte und Personen, die mit Infizierten in Kontakt standen ohne jeden Zeitverzug in Quarantäne zu schicken. Wenn die Gesundheitsämter in Deutschland noch aufgrund manuell ermittelter Kontaktlisten (die in den meisten Fällen noch dazu unvöllständig sein dürften) den potentiellen Kontakten zeitaufwendig hinterhertelefonieren, so bewegen wir uns hier auf dem Stand der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts und schöpfen die im Grunde vorhandenen technischen Möglichkeiten nicht sinnvoll aus.

Der Datenschutz ist das jüngste unserer Grundrechte. Wenn der Schutz der Gesundheit (körperliche Unversehrtheit) ein so hohes Gut ist, muss aus meiner Sicht der Datenschutz einstweilen als Luxusgut hinten anstehen.

Nicht zuletzt wäre die befristete Aufhebung des Datenschutzes zum Schutz der Gesundheit der mit Sicherheit kleinere Eingriff in die Grundrechte als der durch einen Lockdown verursachte Eingriff. Insofern erscheint mir die Abwägung bei den politischen Entscheidungsträgern (in Deutschland) in Hinblick auf „notwendig“, „geeignet“ und „angemessen“ gerade diese drei wichtigen Kriterien für die Rechtfertigung von Grundrechtseingriffen nicht zu erfüllen. Ich fürchte, dass schon in Kürze wieder Gerichte die politischen Entscheidungen aufheben und den Lockdown aushebeln werden.

Infektionstreiber sind ja gerade nachweislich nicht die Hotels, die Gaststätten, die Sportvereine oder Fitness-Studios, zumal dort alle Kontakte nachvollziehbar wären. Doch gerade diese Bereich werden geschlossen.

Während beispielsweise in den Schulen während des Unterrichts und in den Pausen strenge Hygiene-Konzepte gelten (Abstände, Masken, feste Gruppen …), drängen sich die Schüler bunt gemischt im Anschluss im Schulbus der hoffnungslos überfüllt ist. Ähnliches gilt für die Arbeitsstätten: Vorbildliche Hygiene-Konzepte in den Betrieben und ein überfüllter und überlasteter öffentlicher Nahverkehr. Solche Zustände konterkarieren die Bemühungen die Infektionszahlen zu reduzieren und sind vermutlich sogar Treiber der Infektionen. Hier könnte die Politik gezielt ansetzen, doch es tut sich (leider) nichts. Deshalb bin ich auch nicht davon überzeugt, dass ein (vorübergehender) Lockdown helfen wird, die Infektionszahlen nachhaltig in den Griff zu bekommen. Temporäre Lösungen sind keine Lösung. Die Wirtschaft durch immer neue Lockdowns letztlich in den Ruin zu steuern und damit den Wohlstand (und die Grundlage der Staatsfinanzen) insgesamt auf’s Spiel zu setzen erscheint mir nicht sehr klug.

Dennoch können auch wir nur alle Betroffenen bitten, sich an die Auflagen zu halten, die persönlichen Kontakte zu reduzieren. Zugleich aber sollten die Sportverein über die zuständigen Kreis- und Landessportbünde ihre Stimme erheben und auf die Politik einwirken: Bei Einhaltung der Hygiene-Konzepte sind Ansteckungen in den Sportvereinen bisher nicht in gehäufter Zahl aufgetreten, weshalb ein Lockdown für den Vereinssport überwiegend weder erforderlich noch zielführend ist. Nicht zuletzt haben bereits zahlreiche namhafte Mediziner darauf hingewiesen, dass die langfristigen Folgen von zu wenig Sport / Bewegung und die psychischen Beeinträchtigungen durch die Corona-Lockdowns den erhofften (kurzfristigen) Nutzen deutlich übersteigen könnten. Die Sportvereine müssen die Möglichkeit haben, einen einigermaßen geordneten Trainingsbetrieb sicherzustellen. Dies gilt im Besonderen im Kampfsport, wo nur stetes Üben eine Verbesserung bringt.

Durch den bereits zweiten Lockdown droht vielen Vereinen ein desaströses Geschäftsjahr wenn nicht sogar der wirtschaftliche Ruin, denn es drohen nicht nur Beitragsausfälle auch ist es unter Corona-Bedingungen extrem schwierig, neue Mitglieder zu gewinnen und im Verein zu halten während zugleich ältere Mitglieder ausbildungsbedingt oder aufgrund mangelnden Interesses ausscheiden. Damit ist die Finanzierung vieler Vereine in Frage gestellt.

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 1.11.2020
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