Corona und keine Ende

Viele Menschen sind die Corona-Beschränkungen einfach leid. In Deutschland ist nach den explodierenden Infektionszahlen und der Hysterie im März nicht allzuviel passiert. Die befürchtete Überfüllung der Krankenhäuser blieb aus, Bilder vom Abtransport hunderter Toter wie aus Spanien und Italien blieben uns erspart. – Corona – so what?

Diese Frage stellen sich viele.

Waren die erheblichen Einschränkungen überhaupt gerechtfertigt?
Hat der Staat nicht völlig überzogen reagiert?
Wozu die Trainingsverbote, das Schließen der Gaststätten und Hotels, der Kinos und Diskotheken, der Geschäfte …?

Die mit den Sommerferien einsetzende Reisewelle zeigte: Die Menschen sehnen sich nach Normalität. Sie wollen sich durch den Virus nicht ihre Lebenslust nehmen und ihr Leben, ihre Pläne zerstören lassen.

„Wenn ich mich infiziere, so ist das doch mein Problem,“ reklamieren viele für sich. „Jeder ist für sich selbst verantwortlich,“ proklamieren andere.

Ja, es sind persönliche Entscheidungen und ja, es ist unser freier Wille, unsere Sorglosigkeit oder Ignoranz, die dazu führen können, dass uns eine Infektion trifft. Wie die Infektion ausgehen wird, lässt sich nicht vorhersagen. Milde Symptome, überhaupt keine Symptome und sehr schwere Verläufe – selbst der Tod sind Möglichkeiten die uns ereilen können.

Und trotzdem: Es ist meine Entscheidung!

Über viele Maßnahmen der Politik im Frühjahr lässt sich heute trefflich streiten. Rückblickend betrachtet würden wir wohl heute vieles anders machen. Aber damals war so wenig bekannt und das Risiko nicht zuletzt auch von den Medien derart aufgebläht, dass sich eine lähmende Angst über das ganze Land legte.
Besser etwas machen als gar nichts unternehmen!
Besser zu viel als zu wenig …
So schienen die Maßnahmen motiviert und werden heute im Licht neuer Erkenntnisse zu Recht hinterfragt.

Der Schutz der gefährdeten Bevölkerungsgruppen muss im Vordergrund stehen! Mit dieser Losung wurden Alten- und Pflegeheime geschlossen und die Alten sicher weggesperrt, auf dass der Virus nicht zu ihnen komme.
Dass eine 93-Jährige Dame, die Bombennächte des Weltkriegs überlebt, die schweren Anfangsjahre des Wiederaufbaus gemeistert, trotz aller Widrigkeiten allein drei Kinder ohne Vater großgezogen und in ihrem von vielen Entbehrungen reichen Leben für sich andere Prioritäten setzt und sich auch damit abgefunden hat, dass der Tod zu ihrem Leben dazu gehört und ihr es relativ egal ist, ob sie nun 2 Jahre länger lebt oder schon sehr bald – vielleicht auch an Corona – stirbt … All das interessierte bei den Entscheidungsträgern niemanden.

Verstanden haben zumindest die Entscheidungsträger, dass der Shutdown im März, der einen Schock auslöste, wohl keine kluge Option war. Im März stand der Schutz des Lebens und der Gesundheit vor der Virus-Bedrohung an oberster Stelle. Über Fragen der Wirtschaft, der Ethik, der Bildung oder sonstige Folgen der getroffenen Entscheidungen machte sich niemand Gedanken. Die Erkenntnis, dass die getroffene Entscheidung vielleicht nicht die klügste war, setzte sich erst später durch.

Das öffentliche Leben wurde durch einen kleinen unsichtbaren Virus, der noch nicht einmal ein Lebewesen ist, lahmgelegt.
Vereine konnten kein Training mehr anbieten, nahezu alle Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Viele Betriebe wurden hart getroffen und kämpfen um ihre Existenz.

Arbeitnehmer sorgen sich um ihre Zukunft … Dabei sind die Arbeitnehmer überwiegend weitaus besser abgesichert als viele Unternehmen, denn die groß angekündigten staatlichen Hilfen konnten aufgrund der Förderbedingungen von vielen Unternehmen überhaupt nicht in Anspruch genommen werden. Die Unternehmen müssen also die Krise aus eigener Kraft meistern.
Die Arbeitnehmer hingegen müssen durch Kurzarbeit vorübergehend Einkommenseinbußen hinnehmen. Zugleich bedeutet dies aber auch weniger Ausgaben, denn die Kosten des Weges zur Arbeit entfallen auch.
Selbst wenn das Unternehmen schließen muss, hat der Arbeitnehmer zunächst Anspruch auf Insolvenzgeld und danach Anspruch auf Arbeitslosengeld. Dies würde im schlimmsten Fall zwar eine Neuorientierung bedeuten, aber dies alles bedeutet keinesfalls den privaten Ruin. Im Leben ist nichts so beständig wie der ständige Wandel aller äußeren Umstände.
Selbst wenn der schlimmste Fall eintreten sollte und der aktuelle Arbeitsplatz verloren geht, so eröffnen sich hieraus auch wieder neue Möglichkeiten. Man darf halt nicht immer nur alles von einer Seite aus betrachten sondern muss stets beide Seiten einer Medaille sehen.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Wie soll es weitergehen bzw. wie kann es weitergehen?

Fakt ist: Es muss weitergehen. Wir werden lernen müssen, zumindest auf absehbare Zeit mit dem Virus zu leben. Dies bedeutet auch, dass unser Virus-freies Leben wie wir es aus Zeiten von Vor-Corona kannten, vorerst nicht genießen können. Der Virus schert sich nicht um unsere Wünsche und Vorstellungen sondern verfolgt sein eigenes Ziel: Seine massenhafte Verbreitung.

Dies bedeutet für uns: Wir müssen uns vorerst selbst weiterhin schützen und die Hygiene-Regeln (die nicht nur in Corona-Zeiten gelten) beachten.

Da sich der Virus vornehmlich über Aerosole verbreitet, ist eine Mund-Nase-Bedeckung – so lästig und unangenehm sie auch sein mag – derzeit der beste Schutz vor einer Ansteckung aber auch vor einer ungewollten Übertragung.

Jeder muss sich seiner eigenen Verantwortung bewusst werden und erkennen, dass es gerade nicht nur um ihn selbst geht, sondern auch und gerade um seine Mitmenschen, um die, denen wir tagaus tagein begegnen – und sei es auch nur flüchtig. Selbst wenn ich für mich bereit bin, das Risiko einer Infektion zu akzeptieren und die Gefahr für mich selbst entweder als gering einschätze oder einfach ignoriere, so habe ich dennoch eine Verantwortung anderen gegenüber.

Ich möchte jedenfalls nicht dafür verantwortlich sein, den Virus weder unbewusst noch unabsichtlich an meine Freunde und Bekannten und andere Menschen, denen ich begegnet bin, weitergegeben zu haben. Deshalb werde ich auch eine Mund-Nase-Bedeckung tragen und das auch dann, wenn dies für mich lästig ist, wenn sie unbequem ist und besonders bei Hitze zur Last wird und das Atmen erschwert.

Wenn wir die Solidar-Gemeinschaft beschwören und die Errungenschaften des Sozial-Staates für uns selbst beanspruchen, so können wir mit dieser kleinen Einschränkung unserer Freiheit der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Es kostet uns nicht mehr als nur ein wenig guten Willen.

Doch viele meinen, dass sie sich bereits so lange und sehr eingeschränkt haben und ihr Leben nicht mehr genießen können … Die Discotheken sind geschlossen, Parties können nicht mehr gefeiert werden, alles was Spaß macht ist zur Zeit verboten … Irgendwann muss auch einmal Schluss sein!

Ja, kann ich dazu nur sagen.
Aber: Leidet unsere Lebensqualität darunter wirklich so sehr? Können wir die schreiende Stille nicht ertragen, können wir die stummen Schreie unserer Seele nicht mehr hören und müssen wir diese deshalb mit Lärm und Parties übertönen, so dass unserer Selbst auf diese Weise erstickt, übertönt, verdrängt wird?
Um ehrlich zu sein: Wohl kaum!
Eine Auszeit tut jedem gut. Corona hat uns – wenn auch unfreiwillig – eine solche Auszeit beschert und hilft uns, zu dem eigentlich Wichtigem in unserem Leben zu finden.
Die Frage ist nur: Wollen wir das auch? Sind wir dafür bereit?

geschrieben von: Neues Unterhaltsames Interessantes von Budoten am: 23.08.2020
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